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ZU VIEL SAHNETORTE


Einmal jährlich lasse ich ein großes Blutbild machen. Das passt dem Löwen nicht, denn auf Bevormundung, Gebote oder gar Übergriffe reagiert er empfindlich. Deshalb gleich mal vorneweg: Einem Löwen fehlt nichts. Alles andere käme einer Majestätsbeleidigung gleich. Entsprechend haben wir uns auf den kleinsten gemeinsamen Nenner geeinigt – wir lassen einen Oldtimer Check“ machen. "Oldtimer" hört der Löwe auch nicht gerne, aber der Heilkundige, zu dem ich gehe, ist ein Widder und Widder sind direkt. Die Leitung zwischen Gedanke und Aussage oder Handlung ist die kürzeste, die es gibt. Trotzdem, oder besser gesagt, gerade deshalb, denn mein Widder-Ascendent kommt auch mit in die Praxis, fühle ich mich dort gut aufgehoben.

Den Blutdruck lasse ich ebenfalls messen und das mittlerweile ausgezeichnet. Früher, als ich noch auf Krankenkassenschein unterwegs war, konnte es durchaus vorkommen, dass mir beim Arztbesuch ob des ganzen automatisierten Vorgangs das Blut in den Adern gefror und wenn es wieder aufgetaut war, hatte ich erhöhten Blutdruck.

Worauf man mich vor einigen Jahren zum Spezialisten schickte. Ich kürze hier ab, ohne die Torturen näher zu beschreiben, denn das eindrücklichste Erlebnis war die Langzeit-Blutdruckmanschette, wobei mir klar ist, dass es Menschen gibt, die damit keinerlei Probleme haben. Mein Herz aber war außer sich. Ich war 24 Stunden lang auf der Flucht. Ein Löwe läuft bis zu 80 km/h schnell.

Ich wurde zum Selbstzahler.

Seither kommen mein Körper und ich besser miteinander aus. Der Blutdruck pumpt völlig normal, wenn er von vertrauenswürdigen Menschen gemessen wird, die wissen, dass ich noch immer nicht zur Maschine mutiert bin.


Irgendwann fiel mir auf, dass Labor-Grenzwerte, innerhalb derer man als Mensch ohne Befund gilt, von Labor zu Labor variieren. Ist die Spanne kleiner, wächst die Wahrscheinlichkeit, dass die Ziellinie verpasst und der jetzt neue Patient mit Tabletten versorgt wird – man könnte eine gewisse Willkür daraus schließen. Es gibt auch Werte auf der Liste, zu denen es noch keine Krankheit gibt, sagt der Widder. Das ist ökologisch betrachtet von Vorteil, denn ist die Krankheit erst einmal erfunden, steht der Wert schon auf dem Testbogen und die Papierressourcen werden geschont.


Einmal stand handschriftlich auf dem Bericht des Labors: „Insgesamt sehr schönes Blutbild“. Also bitte! Das rentiert sich doch.

Seither arbeite ich auf eine erneute handschriftliche und wohlwollende Aussage der Laborchefin hin. Warum das so ist? Für alle, die keine Löwen kennen, kommt hier die Begründung:

„Der Löwe ist von seiner Grundeinstellung her Subjektivist. Vor ihnen ist ein schöner, großer Berg in der Abendsonne und Sie sagen: 'Mein Gott, ist der Berg herrlich!' Daraufhin fühlt sich der Löwe geschmeichelt.“ Wolfgang Döbereiner


Leider wurde vor ein paar Jahren der Langzeitblutzucker auf der Liste der zu prüfenden Blutwerte angekreuzt. „Zu viel Sahnetorte“ war damals der Kommentar (es war nicht der Widder). Der Arzt verabschiedete mich mit der Einschätzung: „Sie sind eine gesunde Frau.“ Das glaubte ich dann auch nicht mehr, wo doch ein Wert aus der Reihe tanzte. Seither jedenfalls bin ich im Vermeidungszwang. Kuchen, Süßigkeiten und Brezeln sind vom Tisch. Diesen Sommer habe ich mit schlechtem Gewissen zusammengenommen 6 Kugeln Eis gegessen. Allerdings, ich gebe es zu – mit Sahne. Ich bestelle Eis nur wegen der Sahne. Ich mache mir Vorwürfe, frage mich aber auch bei der Analyse der Eisbechergröße anderer Gäste: Nehmen alle diese Menschen Tabletten? Das aber will der Löwe auf keinen Fall, Medikamente schlucken.

Vielleicht mache ich bei Vitamin D eine Ausnahme. Die breit gestreuten Informationen und begeisterten Kommentare legen nahe, dass es sich hier um ein Powermittel für das Immunsystem handeln könnte. Das Sonnenhormon habe überdies heilende Wirkung auf nahezu alle Bereiche des Körpers. Das klingt vielversprechend. Mir souffliert diese Information allerdings auch: Wer dieses Vitamin nicht einnimmt, hat seine Chance, gesund durch den Winter zu kommen, schon verloren – selbst schuld. Und dann frage ich den Heilkundigen zum x-ten Mal nach Vitamin D und ob wir es vielleicht in die Liste der zu testenden Blutwerte aufnehmen könnten. Der Widder reagiert ungeduldig, denn ich frage zum wiederholten Mal. Darum dazu Mark Twain:

„Man kann die Erkenntnisse der Medizin auf eine knappe Formel bringen: Wasser, mäßig genossen, ist unschädlich.“


Von Ivan Illich ist zu lesen:

„1976 erschien das Immunsystem erstmals in der Literatur und seither ist die Orientierung innerhalb seiner Parameter zur Selbstverständlichkeit geworden ist. „Das orphische „Erkenne dich selbst“ lautet jetzt: „Laß prüfen, wie es deinem Immunsystem geht.“ (1)


Womit ich bei der Bewältigung von Informationen jedweder Art angekommen wäre.

Mein Konsum an Nachrichten ist, seit die großen Krisen in unserem täglichen Leben Einzug gehalten haben, beträchtlich gestiegen. Ich lese und höre linientreue und unabhängige Angebote. Vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk und Fernsehen zum Beispiel würde ich erwarten, wenn ich schon genötigt werde, hohe GEZ-Gebühren zu bezahlen, dass ich einen umfassenden Überblick bekäme, ohne tendenziöse Berichterstattung. Was ich aber erhalte, sind die immer gleichen Informationen und vereinheitlichte Meinungen. Zu allen Auskünften der Staatsmedien gibt es in den freien Medien Gegendarstellungen. Die Deutungen der dort publizierten Fachartikel und Statistiken, das Aufzeigen der Verflechtungen von Politik, Stiftungen und Wirtschaftskonzernen sowie das Dokumentieren historischer Hintergründe, zeigen ein völlig anderes Bild. Was also stimmt?


Wie auch immer das individuelle Urteil ausfallen mag, – was ich für mich brauche, ist: Eine Auswahl an Nachrichten, Hintergründen und Meinungen aus unterschiedlichen und konträren Quellen, um eine für mich stimmige Entscheidung zu treffen oder – besser noch, um mein Empfinden zu bestätigen.


Sehe ich zum Beispiel blau-gelb geschmückte Profilbilder in den sozialen Medien, frage ich mich, wo die in letzter Zeit inflationär bemühte Solidarität? – und hier – mit dem russischen Volk bleibt. Will man sich tatsächlich auf der Seite der Ukraine verorten? Ob sich diese Menschenfreunde mit den politischen und geschichtlichen Hintergründen des Kriegs befasst haben? Wenn ja, dann würde sich schwarz-rot-gold vielleicht besser machen. Es könnte signalisieren, dass Deutschland nicht länger Bündnispartner der NATO ist und folglich in keine kriegerischen Auseinandersetzung, initiiert von der NATO, involviert wäre.


Die Solidaritätsbekundungen in Bezug auf die mRNA-Substanzen sind klammheimlich aus den Posts verschwunden. Die Begründung für eine Behandlung, dass man sich schon immer gegen fast alles habe impfen lassen, ist geblieben. Seltsamerweise spielt dabei keine Rolle, dass es sich um ein neues Verfahren handelt und man mit der Einwilligung für den Eingriff an einer Medikamentenstudie teilnimmt und schlimmer noch, dass diese Behandlung möglicherweise einer gentechnischen Manipulation gleichkommt? Treffe ich also eine bewusste Entscheidung oder stelle ich mein Leben einem Schicksal anheim, das von außen geschickt nicht meiner eigenen Bestimmung entspricht?


Und wie steht es um den Regenbogenkult? Verziere ich wieder mein Profilbild und fühle mich als Teil einer großen Gemeinschaft, weil auch ein Flugzeug, Fußballer, Politiker und das Reichstagsgebäude dekoriert, geschmückt oder illuminiert werden? In der Bibel steht, dass Gott einen Bund zwischen sich und der Erde schloss, damit keine Sintflut mehr käme und die Erde verdürbe. Dafür setzte er einen Bogen in die Wolken. Einer Sintflut bedarf es heute nicht mehr – und wenn, wäre ganz sicher nicht das Klima daran schuld. Die Gentechnik, mit der in das Leben eingegriffen wird, reicht völlig aus.

Der Regenbogen wird von Minderheiten, die von mächtigen Konzernen finanziert werden, als Zeichen benutzt, um Aufmerksamkeit und Macht zu erlangen. Mit was oder wem zeige ich mich also solidarisch? Auch ohne Flagge, Armbinde, Armband und Anstecknadel könnte sich jeder Einzelne um Selbsterkenntnis und Toleranz bemühen und sich in hoffentlich freier Entscheidung und ohne Befeuerung der Medien zu dem Menschen entwickeln, als der er angelegt ist.

Als Litfaßsäule zu dienen ist dafür nicht nötig. Darüberhinaus ist diese Armbinden-Werbung hinsichtlich der deutschen Vergangenheit so ungeheuer geschmacklos, dass es nicht zu fassen ist.


Und die deutsche Sprache? Da sie zu einer Lachnummer werden soll, weil sie nur noch mit Schluckauf zu sprechen ist, würde ich mich lieber an folgendes Zitat halten:

„Mein Sohn, sei vorsichtig bei deiner Arbeit, denn sie ist eine Gottesarbeit; wenn du nur einen Buchstaben auslassest oder einen Buchstaben zu viel schreibst, zerstörst du die ganze Welt.“ (2)


Im Nachlass von Arthur Schopenhauer findet sich folgende Notiz:

„Mein Fluch über Jeden, der, bei künftigen Drucken meiner Werke, irgend etwas daran wissentlich ändert, sei es eine Periode, oder auch nur ein Wort, eine Silbe, ein Buchstabe, ein Interpunktionszeichen.“ (3)


Ich werde das Gefühl nicht los, dass es in dieser Welt nur noch um Glaubensbekenntnisse geht. Von der Kanzel, die inzwischen weitaus erfolgreicher als in der Kirche in vielen Institutionen, Stiftungen, Parteien und Medienzentralen steht, wird ununterbrochen gepredigt. Ich würde empfehlen, den eigenen Glauben noch einmal zu bedenken, bevor man davon abfällt, mit dem Versuch:

Wärme durch Singen zu erzeugen, das Abendmahl zu teilen, vor allen Minderheiten niederzuknien, für das Klima zu beten und den Stromverbrauch zu beichten.

Fürbitten sind an die ‚Heiligen‘ der Waffenproduktion, der digitalen Währung, des digitalen Gesundheitspasses, genetisch veränderter Lebensmittel und künstlicher Fortpflanzung zu richten.

Dann könnten wir endlich alle Kirchen schließen, den Ablasshandel einstellen und bei den führenden Stiftungen dieser Welt um Gnade bitten.

Empfehlenswert wäre das WEF (World Economic Forum) mit dem Ziel der:

„…Verschmelzung unserer physischen, unserer digitalen und unserer biologischen Identität.“ (4)

Ein Austritt aus der Kirche oder anderen Religionsgemeinschaften ist immerhin möglich, manche dieser Institutionen wurden auch schon verboten. Ein Austritt aus der GEZ, aber auch aus der EU leider noch nicht. Verbote wären auch hier angebracht.


An sich ist Merkur (Zwillinge) für die Übermittlung von Nachrichten zuständig. Er klärt sachgemäß auf, vermittelt Fakten, dokumentiert und ist dabei unparteiisch. Da aber abweichende Informationen nicht mehr zugelassen werden, ist er überflüssig geworden. Merkur weist jedoch auch Verirrten den Weg. Man kann nur hoffen, dass er im Untergrund weiter wirkt. Vorerst kann ein Schütze mit Verstand übernehmen, denn er hält alles für möglich:

„Die Zeit der anderen Auslegung wird anbrechen, und es wird kein Wort auf dem anderen bleiben.“ Rainer Maria Rilke


Aktuell ist es so, dass in den linientreuen Medien fast nur Informationen vorkommen, die im Sinne der Geldgeber, die sowohl die Presse als auch die Parteien auf ihrer Liste haben, geschrieben oder gesendet werden. ‚Woke‘ Gruppierungen, die neuerdings zu einem Bewusstsein erwacht sind, werden ebenfalls großzügig finanziert. Das erwachte Bewusstsein wage ich allerdings zu bezweifeln. Kommt man zu einem Bewusstsein, hat man schon einige Entwicklungsschritte hinter sich. Diese Entwicklung beginnt mit dem Empfinden (4. Haus), dass eine Unruhe vorliegt, dass etwas nicht stimmt. Das Erlebnis (5. Haus) würde möglicherweise zu einer Bewußtheit (6. Haus) führen und könnte eine Veränderung hervorbringen. Um zu einem Bewusstsein (9. Haus) zu kommen, sind weitere Entwicklungsschritte notwendig. Aber allein das Fehlen der ersten drei Stufen zeigt schon an, dass statt des eigenen Empfindens und Erlebens eine Vorstellung zum Tragen gekommen ist, die nicht der Bestimmung des eigenen Lebens entspricht, denn – das Empfinden ist immer subjektiv. Folglich sagt der Schütze Mark Twain zu Recht:

„Immer wenn man die Meinung der Mehrheit teilt, ist es Zeit, sich zu besinnen.“

Und ich möchte hinzufügen, es ist auch dann Zeit, sich zu besinnen, wenn es sich um die Meinungen von Minderheiten handelt.


Sich Aussagen von Spezialisten und Wissenschaftlern jedweder Disziplin zu beschaffen, um den Verstand zu schulen und die Urteilskraft zu fördern, mag sinnvoll sein. Politiker, Medien und Experten jedoch, die keinen wissenschaftlichen Diskurs mehr zulassen, sind überflüssig. Erkenntnisse in der Wissenschaft sind schließlich keine festen Größen, die nicht auch widerrufen werden könnten. Dass die Bevormundung und Körperverletzung von Menschen, aber auch die Eingriffe in die Natur mit vorgeblich wissenschaftlichen Kenntnissen, die fragwürdig, aber auf jeden Fall höchst manipulativ sind, unterfüttert wird, ist eine bodenlose Unverschämtheit.


Informationen sind Übertragungen. Auch Viren sind Übertragungen. In beiden Fällen liegt eine Überlagerung des Eigenen mit Fremdem vor. Meinungen und Vorstellungen, die nicht über das eigene Empfinden entstanden und artikuliert wurden, führen dazu, dass man selbst zur Information dessen wird, was man aufgenommen hat – man ist geimpft. Man könnte durchaus daraus folgern, dass eine physische Impfung damit überflüssig wäre.

„Das Schicksal wird nicht außerhalb des Menschen bestimmt, sondern entsteht aus ihm selbst.“ Rainer Maria Rilke


In meiner Jugend stellte mir ein Arzt eine gefährliche, falsche Diagnose. Dass das körperliche Geschehen nach mehreren Monaten zu einem guten Ende führte, lag an meinem Empfinden und der Ahnung, dass diese Information nicht stimmen konnte. Ich war 15 Jahre alt und von jeder Kommunikationsmöglichkeit abgeschnitten. Hätte ich damals meinem Umfeld vertraut, wäre ich an den falschen Vorstellungen anderer zugrunde gegangen.


Vielleicht ist ja das Empfinden die eigentliche Sahnetorte im Leben?




Alle astrologischen Benennungen und Zusammenhänge beruhen auf dem System der Münchner Rhythmenlehre von Wolfgang Döbereiner (1928-2014).


1 Ivan Illich. Die Nemesis der Medizin. Die Kritik der Medikalisierung des Lebens. Beck Verlag.

2 Zitat aus dem Babylonischen Talmud, zit. bei Hans Blumenberg, Die Lesbarkeit der Welt, Frankfurt a.M. 1981, S. 28

3 Hans-Peter Haack u. Carmen Haack (Hrsg.) Schopenhauer: Aphorismen zur Lebensweisheit 1851. Wiederherstellung des ursprünglichen, von Schopenhauer autorisierten Textes. Leipzig: Antiquariat und Verlag Dr. Haack 2013

4 https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/507640/Klaus-Schwab-Great-Reset-wird-zur-Verschmelzung-unserer-physischen-digitalen-und-biologischen-Identitaet-fuehren





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